Small is beautiful, heißt es ja, und zuweilen stimmt das auch. Ein echter Hingucker ist die kleine aber sehr feine „Rustler 24“ aus Cornwall. Ein sehr hübsches, sehr traditionelles Dayboat mit eleganten Linien, langen Überhängen, ausgeprägten Decksprung und einem tiefen Cockpit. Auf die Frage, was das Besondere an diesem einfachen, offenen Segelboot sei, das bei einer Länge von gerade mal sieben Meter immerhin knapp 50.000 Euro kostet, antwortet Werftchef Adrian Jones lächelnd: „Es gibt schon zu viele hässliche Boote!“

Tatsächlich ist Größe allein nicht immer ein Garant für ästhetisch gelungene Entwürfe. Und obwohl der Trend zu immer größeren Yachten ungebrochen scheint, gibt es seit geraumer Zeit auch eine „Gegenströmung“. Downsizing heißt das Zauberwort, welches viele Bootseigner für sich entdeckt haben. Mit kleinen Booten großen Spaß zu haben, das ging schon immer und aktuell gibt es einige neue Typen, die es auch auf wenigen Meter Länge in sich haben.

Das neueste Beispiel ist die „Aira“ aus den Niederlanden. Auf 6,50 Meter Länge bietet es jede Menge Platz in einem großen Cockpit, verspricht aber auch, vor allem mit dem „tiefen“ Kiel von 1,15 Meter (aufholbar zum Trailern) echten Segelspaß (für flache Gewässer gibt es noch eine Option mit nur 90 Zentimeter Tiefgang). Großes Großsegel, lange Wasserlinie, moderates Gewicht, das alles trägt zum Segelvergnügen bei. Die Fock ist klein und weit innen geschotet, ein Gennaker gibt den Turboantrieb auf raumen Kursen. Ein vielseitiges Boot für Familie, Freunde, aber auch Segelschulen und Vereine. Und das zu einem sehr günstigen Preis, denn segelfertig und inklusive Steuer kann man dieses trailerbare Boot schon ab 14.500 Euro haben. Extras wären dann beispielsweise der Gennaker oder der sehr clever eingebaute, aufholbare Elektromotor als Flautenschieber (1950 Euro). Entworfen wurde die Aira übrigens von den Star-Designern Simonis-Voogd. Und man kann es, anders als die meisten Serienboote, ohne Mehrpreis in jeder RAL-Farbe ordern!

Und, das gilt für alle kleinen Boote, es ist nicht nur der günstige Einstiegspreis. Auch die laufenden Kosten, die für jeden Yacht- oder Bootseigner anfallen, sind hier sehr überschaubar – Liegeplatz, Versicherung, Reparaturen, alles geht für kleines Geld. Winterlager? Ab auf den Trailer und in die Garage. Revierwechsel? Ebenfalls ab auf den Trailer.

Ganz ausgefallen in dieser Größenklasse ist die ebenfalls 6,50 Meter lange „Bihan“ aus der Bretagne. Entworfen von Finot-Conq, einem Namen, den man sonst eher in Verbindung mit extrem erfolgreichen Hochsee-Rennyachten etwa der Open 60 Klasse hört, bietet auch dieses Boot eine top aktuelle Rumpfform, Kohlefaser-Rigg mit Steilgaffel, Selbstwendefock und Spinnakertrompete wie auf einer Rennjolle. Dazu gib es auch hier eine Schlupfkajüte mit bis zu vier Schlafplätzen, mit dem Klappkiel kann das Boot trockenfallen und natürlich auch besonders leicht getrailert werden. Ein Boot für Kenner und Genießer des reinen Segelvergnügens!