Das Wattenmeer ist ein weltweit einzigartiger Lebensraum mit ganz eigenen Bedingungen. Und ganz eigenen Herausforderungen für Kartographen.

Vogelschwärme bewegen sich wie schwarze runde Wolken niedrig am Himmel, ständig die Form und manchmal auch, plötzlich, die Farbe wechselnd – auf einmal grau oder weiß, dann wieder schwarz, je nachdem, wie die Vögel sich in der Luft drehen und wenden und wie sie von der Sonne beschienen werden. Es weht ein heftiger Westwind, die Brandung rauscht auf den Strand an der Nordseite der Insel, jenseits der schmalen Dünenkette.

Hier nun die Salzwiesen vor dem wattseitigen Inseldeich. Das ist einmalig auf der Welt. Trockenfallender Schlick voller Leben. Priele, die sich bei ablaufendem Wasser aus jener gleichmäßigen, glitzernden Meeresfläche herausbilden, die jetzt bei Flut zu sehen ist. Ein millionenfaches Gefiepse und Singen und Trillern der Myriaden von Vögeln. Seehunde und Schnecken und Austern und Wattwürmer und, und, und – nirgends anders gibt es eine so große Artenvielfalt auf so kleinem Raum, lassen sich Lebenszyklen und Nahrungsketten so unmittelbar verfolgen. Dazu der immer weite Horizont, die schützend vor dem Watt liegenden Inseln, rasende Wolkenschatten auf dem grünen, grauen, in der Sonne irisierenden Wasser: Weltnaturerbe.