Nun ist sie also offiziell tot, die „hanseboot“. Aber es lebe die neue, schwimmende Messe in der Hafenstadt Hamburg. Schade ist es um die erste deutsche Bootsmesse überhaupt, die als „1. Bundes-Fachausstellung – das Sport- und Gebrauchsboot“ im Januar 1961 eröffnet wurde, damals noch in einer Halle in der Parkanlage Planten und Blomen (gleich neben dem heutigen Messegelände in Hamburg). Seither fand diese Bootsausstellung jedes Jahr statt, doch 2017 wird es das letzte Mal sein: „Die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) stellt ihre Wassersportmesse hanseboot nach der Veranstaltung 2017 ein und plant ein neues Format auf der Elbe“, heißt es in einer heute (27. September) veröffentlichten Pressemitteilung. „Der Konzentrationsprozess im Wassersportmarkt, ausgelöst durch die Finanzkrise im Jahr 2008, hat sich auf der hanseboot negativ bemerkbar gemacht und zu sinkenden Aussteller- und Besucherzahlen geführt“, sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH. „Dennoch bleibt Hamburg ein attraktiver Standort für eine Wassersportausstellung. Die HMC arbeitet gemeinsam mit der Stadt und dem Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verband, dem ideellen Träger der hanseboot, an einer In-Water Boat Show in der Hansestadt.“

So endet also eine Ära der deutschen und europäischen Wassersportbranche. Jahrzehntelang war sie mir und so vielen anderen ein fester, unverzichtbarer Teil des Kalenders, hier wurden nicht nur Geschäfte gemacht, es wurde auch gelebt und gefeiert und so manche Erlebnisse werden nun sicherlich im bunten Reich der Legendenbildung aufblühen. Nun also aus und vorbei. Das ist das unerbittliche Gesetz des Marktes, scheinbar: Lohnt sich nicht? Rechnet sich nicht? Wird nicht genügend nachgefragt? Also aus.

Das ist aber ja nur die halbe Wahrheit, denn die hanseboot war schon lange am Kämpfen um ihr Überleben und die Hamburger Verantwortlichen, nun, sie haben sich zumindest lange bemüht um uns und ihnen selbst diese original erste Bootsmesse Deutschlands zu erhalten. Geklappt hat es, leider, nicht und über die Gründe dafür wird auch nicht erst seit heute diskutiert. Allerdings, das Leben ist eine Reise und alles ist in Veränderung. Warum also immer an Altem festhalten?

Hallenmessen sind out. In-Water dagegen boomt, nicht nur im Sonnenschein von Cannes – es funktioniert sogar im südenglischen Regen von Southampton. Boote gehören ins Wasser und dort möchte man sie sehen und erleben. So dann also auch bald in Hamburg. Wir sind gespannt!