Bermuda hat viel Vergangenheit. Und das Bermuda Dreieck. Und den America’s Cup. Und noch so einiges mehr…

Bermuda und der Rest der Welt schauen gebannt auf den America’s Cup, der im Juni beginnt. Für eine ansehnliche Minorität auf dieser Insel jedoch gibt es ein anderes Rennen von sehr viel größerer Wichtigkeit – das jährlich stattfindende „Seagull Race“. Wobei es hier nicht um Möwen geht, sondern um jene antiken britischen Außenbordmotoren, die für ihre Eigenwilligkeit im laufenden Betrieb berühmt und berüchtigt sind.

Unter allen ausgeflippten Rennen ist dieses ganz weit vorne. Man nehme einen antiken „British Seagull“ Außenbordmotor, dazu ein brauchbares offenes Boot, füge ein Six-Pack Heinecken Bier und eine Flasche Rum hinzu und mache sich auf zur Umrundung der Insel. Zuletzt taten dies 91 Mannschaften und wenn die Landteams der America’s Cup Renner die Herausforderung annehmen, für das nächste Rennen geeignete Boote neu zu bauen, werden die Rekorde in diesem Jahr nur so purzeln.

Der Start des Rennens in Sandys Boat Club in der Mangrove Bay ist immer eine heftige Angelegenheit aus sirrenden Starterschnüren, viel Gefluche über nicht anspringende Motoren und Wolken öligen Rauches von denen, die dann doch endlich, hustend und knatternd, zum Leben erwachten. Wenn man eins über diese
Motoren sagen kann, dann, dass sie teuflisch schwer zu starten sind. Aber wenn sie erst einmal laufen, dann pött-pött- pöttern sie weiter bis ihre kleinen Benzintanks trocken gelaufen sind. Die Teilnehmer in diesem Rennen lösen das Problem der mangelnden Reichweite, indem sie den Benzinschlauch vom eingebauten Tank abschrauben und direkt an viel größere Reservekanister in den Booten anschließen.